Im März stehen gleich zwei Theateraufführungen des vierten Semesters der KSSM an. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein und dennoch eint die Inszenierungen der Blick auf gesellschaftliche Missstände. 

Aber worum geht es konkret?

Der zerbrochne Krug

Der Dorfrichter Adam wacht nach einer turbulenten Nacht auf und ist merkwürdig zugerichtet: Sein Fuß ist verstaucht, er hat Wunden am Kopf. Wie soll er in diesem Zustand Recht sprechen? Und dann kommt auch noch der Gerichtsrat Walter zu Besuch, um sich der ordnungsgemäßen Abläufe vor Ort zu versichern. Der erste Fall des Tages scheint unproblematisch: Die Witwe Marthe Rull beklagt den Bruch eines ihr sehr wertvollen Krugs und verdächtigt dabei den Verlobten ihrer Tochter. Es wirkt alles wie eine klare Angelegenheit. Doch je weiter der Prozess voranschreitet, desto mehr Fragen ergeben sich und die brennendste ist: Was hat der Richter Adam mit dem Bruch des Krugs zu tun?

Kleist schuf mit der Komödie einen Klassiker der deutschen Theaterliteratur, der trotz seiner 200 Jahre erstaunlich zeitlos und frisch wirkt. Denn das zentrale Thema Machtmissbrauch (vor allem auch durch Männer) erscheint aktueller denn je. 

Der zerbrochne Krug wird am 11. und 12.03. jeweils um 19:00 Uhr aufgeführt. Einlass ist um 18:30 Uhr.

 

 

Jugend ohne Gott

"Angenommen, wir würden in einer anderen Gesellschaft leben. In einer Gesellschaft, in der Werte wie Toleranz, Respekt, Freiheit und Teilhabe zu inhaltslosen Worthülsen geworden wären. In der das Recht des Stärkeren gilt und trotzdem von Begriffen wie „Volksgemeinschaft“ die Rede wäre. In jener Gesellschaft würde versucht die Augen zu verschließen, vor Naturkatastrophen und humanitären Krisen. In jener Gesellschaft würde eine Jugend aufwachsen, die Stolz auf etwas ist, mit dem sie nichts zu tun hat und Hass auf etwas hat, das keinen Hass verdient."

Ödön von Hórvath veröffentlich 1937 den Roman "Jugend ohne Gott". Er bemerkt mit Sorge die zunehmende Indoktrination der Jugend durch die Nationalsozialisten und so schreibt er sich die Sorgen vom Leib: Er schreibt über einen Lehrer, der sich nicht dem System komplett unterordnen will und dadurch in Schwierigkeiten gerät. Er schreibt von einem Mord, der in einem paramilitärischen Zeltlager für Schüler geschieht. Und über allem steht die Frage, was da für eine Jugend heranwächst, die auf diese Art geprägt wird. Ist es eine "Jugend ohne Gott"?

Das Besondere an Hórvaths Roman ist, dass er zu keiner Zeit explizit auf die Nationalsozialisten Bezug nimmt. So hat auch der Kurs eine Bühnenversion des Romans entwickelt, die als Warnung für sich steht und genauso gut in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft spielen könnte...

Jugend ohne Gott wird am 18.03. jeweils um 19:00 Uhr aufgeführt. Einlass ist um 18:30 Uhr.

 

Beide Inszenierungen sind kostenlos. Eine Reservierung ist dennoch im Vorfeld nötig:

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