Am 17.12. lud der Politikleistungskurs von Susanna Frings die Geschäftsführerin des NIF (New Israel Fund) Deutschland, Maja Sojref, zum Gespräch ein.
Ziel war es, mehr über die Arbeit dieser Menschenrechtsorganisation zu hören, die sich seit Jahrzehnten sowohl in Deutschland als auch in Israel dafür einsetzt, die Vielfalt der jeweiligen Gesellschaften demokratisch zu stärken und damit aktive Friedensarbeit zu leisten. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihr Fragen zur konkreten Arbeit der Organisation, ihren größten Herausforderungen aber auch Erfolgen, und ebenso zu den Themenbereichen Antisemitismus in der heutigen deutschen Gesellschaft sowie dem derzeitigen Krieg in Nahost.
Deutlich wurde, dass Versöhnung, Verständigung und Zusammenarbeit selbst oder gerade in Zeiten größter Eskalation gelingen können, wenn Menschen aufhören, sich als Feinde zu begreifen und bereit sind, auf ihr gemeinsames Ziel, in Frieden zu leben, hinzuarbeiten. Ein bewegendes Beispiel dafür waren privat organisierte Hilfsgütertransporte in den Gazastreifen oder der Parents-Circle, in dem israelische und palästinensische Eltern gemeinsam den Tod ihrer Kinder durch den Konflikt betrauern und verarbeiten.
Frau Sojref zeigte uns auch auf, wie "einfach" bisweilen Hilfe für Betroffene geleistet werden kann, indem man etwa die Frage "Wie geht es Dir?" stellt. Dies ist auch der Titel eines comic-basierten Bildungsprogramms, das der NIFD speziell für Berliner Schulen erstellt hat, und das Kindern, die ihre Verwandten unter den Folgen des Nahostkonflikts leiden sehen, ermöglicht, sich ihrer widerstreitenden Gefühle bewusst zu werden und diese zu äußern, bevor sie sich in Gewalt oder Abschottung kehren.
Ebenso wurde dem Kurs an vielen Beispielen aufgezeigt, wie akut und bedrohlich der Antisemitismus für unsere jüdischen Mitbürger*innen nicht erst seit der aktuellen Konflikteskalation in Nahost, sondern aus eigener lebenslanger Erfahrung nach wie vor vor allem durch rechtsextreme, rassistische Einzelpersonen oder Gruppen ist. Dabei war es unserem Gast wichtig darauf hinzuweisen, dass auch Geflüchtete und Migrant*innen jedweder Herkunft dieser Angst und permanenten Unsicherheit ausgesetzt sind.
Wir danken Frau Sojref für ihre Offenheit, die Bereitschaft auch sehr persönliche Fragen zu beantworten und uns aufzuzeigen, dass man immer etwas Gutes tun kann, egal wie hoffnungslos sich eine Situation anfühlt, da es immer Menschen gibt, die unter noch schwierigeren Bedingungen dasselbe tun.

